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Tuning liegt im Trend

In Deutschland wurden im letzten Jahr 140.609 Motorräder verkauft. Viele dieser Motorräder werden individualisiert oder getunt.

Der Renner unter den Verbesserungen ist die Auspuffanlage. Den Besitzern ist sie einfach zu klobig oder sie wollen einen besseren Sound. Viele dieser Anlagen bieten die Möglichkeit, die Dezibelkiller auszubauen, was natürlich gegen die Vorschriften ist.

Aber auch die vielen kleinen Teile am Motorrad werden gerne ausgetauscht, um ein ganz eigenes Motorrad zu besitzen. Darunter fallen Blinker, Fußrasten oder das Lenkrad, unter vielen anderen Modifikationen.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) hat jetzt festgestellt, dass die Änderungen an Motorrädern immer mehr der Optik gelten und immer weniger der Motorleistung. Vielen Motorradbesitzer soll aber nicht bewusst sein, dass auch kleine Veränderungen die Betriebserlaubnis erlöschen lassen können.

Einer der wichtigste Punkt beim Kauf von Zubehörteilen ist die Allgemeine Betriebserlaubnis oder die EG Betriebserlaubnis, die dem Käufer die Sicherheit geben, dass das Teil auch die erforderlichen Sicherheitsstandards erfüllt. Teile ohne eine Betriebserlaubnis sind zwar viel billiger, können aber auch die gesetzlichen Vorschriften nicht erfüllen.

Werden die günstigen Teile verbaut, kann der Fahrer ernsthafte Probleme bekommen. Nach einem Unfall werden Motorräder grundsätzlich von der Versicherung untersucht. Selbst wenn das Teil nicht für den Unfall verantwortlich ist, kann die Versicherung den Versicherungsschutz erlöschen lassen und Zahlungen verweigern.

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Die Öhlins-Geschichte

Kenth Öhlins war ein passionierter Motocross-Fahrer in den 1970er Jahren. Es wunderte ihn, dass die Fahrwerke der Motorräder in dieser Zeit nicht auf dem gleichen technischen Niveau waren wie die Motoren.

In der Werkstatt seines Vaters hatte er die Möglichkeit, die Stoßdämpfer der Motocross-Motorräder auseinander zu nehmen. Er erkannte, dass die normalen Stoßdämpfer nicht für die Ansprüche der Fahrer ausgelegt waren. Er fing an, einen Stoßdämpfer zu entwickeln, der seinen eigenen Ansprüchen gerecht wurde. Dafür nutzte er hochwertige Rohmaterialien und stellte eine exakte Produktion sicher.

Er gründete 1976 Öhlins Racing und konnte mit dem Team schon im zweiten Jahr die Weltmeisterschaft gewinnen. Öhlins stellte bis dahin nur Stoßdämpfer für Motocross- und Enduro-Motorräder her und unterstützte die Fahrer auch während der Wettbewerbe.

Erst viel später entwickelte Öhlins auch Stoßdämpfer für die schnelleren Straßenmotorräder. Auch in dieser Sparte war das Unternehmen durch die große Qualität und die Unterstützung der Fahrer sehr erfolgreich. Der Ruf der Marke verbreitete sich sehr schnell, sodass Öhlins Dämpfer heutzutage zu den besten Dämpfern der Industrie gehören.

Durch den großen Erfolg bei den Zweirädern wurde der Sprung zu den Autos viel einfacher. In kurzer Zeit etablierte sich das Unternehmen bei den Tourenwagen und in der Formel 1. Für Modena Lamborghini wurde das erste erfolgreiche Öhlins Fahrwerk in der Formel 1 entwickelt.

Die Qualität der Stoßdämpfer und die außergewöhnliche Präzision der Produkte haben viele professionelle Fahrer in den letzten Jahren überzeugt und viele Hersteller bauen heute die Produkte der Marke in ihren hochwertigen Serienfahrzeugen ein. Mit dem TTX Konzept und den konstanten Weiterentwicklungen hat das kleine Unternehmen den Markt in kurzer Zeit erobert. Heute gehören Öhlins Stoßdämpfer zu der Grundausstattung jedes Rennstalls.

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Warum erlischt der Versicherungsschutz durch das Tuning?

Bei jedem Umbau riskiert der Besitzer, die allgemeine Betriebserlaubnis zu verlieren. Warum dies so ist, soll der folgende Text erklären.

Jeder Hersteller, der in Deutschland Motorräder für den Straßenverkehr verkauft, muss eine allgemeine Betriebserlaubnis beantragen. Die bestätigt, dass das Fahrzeug den deutschen Standards und Gesetzen entspricht. Aufgrund der Betriebserlaubnis kann das Fahrzeug in Deutschland zugelassen und benutzt werden.

Durch Veränderungen an dem Fahrzeug kann die Allgemeine Betriebserlaubnis aber entzogen werden. Das gilt für:

  • den Umbau der Abgasanlage, der die Lautstärke und die Abgase verändert. Dadurch soll verhindert werden, dass das Fahrzeug nicht lauter wird und die Umwelt nicht mehr schädigt als das Serienfahrzeug.
  • Veränderungen, durch die eine Gefährdung im Straßenverkehr entstehen. Das kann durch Veränderung der Bremsen, Reifen und Federung, usw. entstehen.
  • Umbauten, die die Leistung oder Art des Fahrzeugs ändern.

Alle Teile, die eins der vorher genannten Probleme auslösen, müssen eine allgemeine Betriebserlaubnis haben oder durch den TÜV genehmigt werden. Es reicht aber nicht nur, die ABE zu besitzen, sie müssen auch eingetragen werden. Die lokalen Prüfstellen geben gerne Auskunft über die Teile, die eingetragen werden müssen und die Teile, für die es reicht, eine allgemeine Betriebserlaubnis zu besitzen.

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Der Sinn des Tunings

Bei jedem Schrauber erhöht sich der Blutdruck nur bei dem Gedanken, aus einem Motor die volle Leistung herauszuholen. Die einzelnen Komponenten so zu verändern, dass der Motor auch noch die kleinste Leistung nutzen kann, hat schon seinen Reiz.

Für den Straßengebrauch sind Veränderungen an dem Motor und der Elektronik aber eher von Nachteil. Modifikationen am Auspuff, die am weitest verbreiteten Änderungsmaßnahmen, erfreuen tatsächlich nur die Ohren des Fahrers. Für die anderen Teilnehmer am Straßenverkehr und die Motorleistung haben sie meistens nur negative Folgen. Auch wenn der Fahrer das Gefühl hat, durch die höhere Lautstärke auch mehr Motorleistung zu haben, wirkt sich ein verbesserter Auspuff alleine meist negativ auf die Leistung eines Motors aus.

Jeder Motorradfahrer sollte sich bewusst sein, dass Motorentuning eine äußerst kostspielige Angelegenheit ist. Für ein paar PS mehr können schon mal 1000 Euro oder mehr fällig werden. Ob sich das lohnt, muss jeder selber wissen.. Es lohnt sich aber auf keine Fälle, wenn dadurch die Betriebserlaubnis des Zweirad erlischt und gesetzliche Konsequenzen drohen.

Deswegen sollte jeder wissen, das Motortuning im gesetzlichen Rahmen sehr teuer ist und sich meist finanziell nicht lohnt. Die Summe, die für ein gutes Motorentuning investiert werden muss, sollte eher in ein besseres Motorrad investiert werden.

Für Wettbewerbsmotorräder lohnt sich die Investition, da die Wettbewerbsvorteile dadurch gesichert werden. Diese Motorräder können dann auch schon mal etliche 1000 Euro mehr kosten und werden meistens nicht im öffentlichen Straßenverkehr genutzt. Sie werden auch nicht für den täglichen Transport benutzt und müssen die Besitzer sicher von einem zu dem anderen Ort transportieren.

Jeder, der sich mit dem Gedanken Motorentuning beschäftigt, sollte darüber lange nachdenken. Lohnt es sich wirklich, viel Geld und viel Zeit zu investieren, nur um ein paar PS mehr zur Verfügung zu haben?

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