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Motorrad-Tuning für Behinderte

In Krefeld hat sich Wilhelm Költgen auf das Tuning von Motorräder für Behinderte spezialisiert. Dies ermöglicht auch gehandicapten Personen, weiterhin auf dem Motorrad die Freiheit zu genießen.

Dem Kraftfahrzeugmeister fehlt selber seit der Geburt die rechte Hand. Schon seit Jahren hat er sich auf den Umbau von Motorrädern konzentriert, die Behinderten erlaubt, sich auf zwei Rädern fortzubewegen.

Selbst wenn seine Kunden einseitig gelähmt sind, findet der Fachmann die Möglichkeit, um den Fahrspaß wieder gewährleisten zu können. In diesem Fall wird aus dem Motorrad ein Dreirad, das auch mit einer Lähmung gefahren werden kann. Dafür werden alle Kontrollelemente auf eine Seite verlegt.

Wer nicht mit einem Dreirad fahren möchte, dem baut der Meister eine pneumatische Anlage ein, mit der das Motorrad automatisch durch zwei Stützräder vor dem Umfallen gesichert wird. In weniger als einer Sekunde können sie ausfahren und mit mehr als 200 Kilogramm Schubkraft das Zweirad sichern. Sobald das Motorrad wieder anfährt, werden die zwei Räder wieder automatisch eingefahren.

In den letzten Jahren hat Költgen schon vielen Menschen mit Behinderung geholfen. Über 4.000 Kunden hat er in den letzten Jahrzehnten wieder das Motorradfahren ermöglicht. Dafür ist mit jedem Kunden ein vorbereitendes Gespräch nötig, da jede Behinderung andere Ansprüche an das Motorrad stellt. Nur wenige Maschinen, die der Tüftler in den letzten Jahrzehnten umgebaut hat, ähnelten sich, bei keiner konnte er genau gleich vorgehen.

Er sieht seine Aufgabe aber noch viel umfangreicher. Da einige seiner Kunden auch durch einen Motorradunfall behindert wurden, sieht er seine Aufgabe auch in einer psychischen Kontrolle der Fahrtüchtigkeit. Wenn das Trauma des Unfalls noch nicht verarbeitet wurde, rät er seinen Kunden auch schon einmal von einem Umbau ab. Falls er nicht sicher ist, hat er ein eigenes Fahrschulmotorrad, auf dem er die Kunden auch schon einmal von einem Fahrlehrer auf ihre Fahrtüchtigkeit prüfen lässt.

Alle umgebauten Motorräder, die die Werkstatt in Krefeld verlassen, sollen sicher sein. Deswegen lässt er jedes seiner Motorräder vom TÜV Rheinland prüfen, bevor er es seinem Kunden übergibt. Er ist stolz darauf, dass keiner seiner Kunden sich bis jetzt ernsthaft auf seinen Umbauten verletzt hat.

Für viele Menschen mit Behinderung ist der Krefelder die letzte Möglichkeit, um selber wieder Motorrad fahren zu können. Viele der Modifikationen sind so geschickt entwickelt worden, dass niemand sie von normalen Motorrädern auf der Straße unterscheiden kann. Das ist für viele Kunden wichtig, da sie ihre Behinderung auf dem Zweirad vergessen möchten.

Wilhelm Költgen ist ein Motorrad-Tuner der besonderen Art – Hut ab!