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Motor Tuning ist nicht für alle

Ein ganz wichtiger Aspekt beim Motorentuning sind die persönlichen Fahrkünste: Macht es Sinn, ein schon schnelles Motorrad noch schneller zu machen und welche Konsequenzen hat es?

Die heutigen Sportmotorräder erreichen locker die 200 PS Grenze und wiegen meistens nicht mehr als 200 Kilogramm. Das sind Werte, die nur richtige Profis wirklich nutzen können. Auf der Straße lassen sie sich aber auf keine Fälle nutzen, dies ist nur auf den Rennstrecken möglich.

Wenn ein modernes 1000 Kubikzentimeter-Motorrad getunt wird, dann ist es dementsprechend schwieriger zu fahren. Bei diesen Motoren liegt die maximale Leistung weit über 10.000 Umdrehungen und die müssen erst einmal kontrolliert eingesetzt werden. Die meisten normalen Fahrer werden mit getunten Motorrädern erst einmal langsamer sein als mit Serienfahrzeugen.

Bei den großen V-Twins ist es besonders in den USA üblich, durch Tuning ein paar PS mehr heraus zu holen. Die Technik dieser Motoren ist aber im Vergleich zu den aktuellen japanischen Motoren sehr grobschlächtig. Diese Motoren sind auf ein großes Drehmoment ausgerichtet und nicht unbedingt, um auf dem Nürburgring bessere Rundenzeiten zu machen.

Trotzdem ist der Tuning Markt für Harleys in den USA immens. Kunden können alles kaufen und ihre Motoren bis auf fast drei Liter aufrüsten. Der Leistungsgewinn liegt dabei noch nicht einmal über 100 PS, da die Motoren nicht auf große Drehzahlen ausgelegt sind.

In Deutschland erscheint uns dieser Tuning-Drang recht sinnlos, wir sind aber auch in Deutschland nicht viel logischer. Es existiert ein riesiger Tuning Markt für kleine Motoren, die für Motorroller und Kleinkrafträder benutzt werden. Es erscheint, genauso wie bei den Harleys, unlogisch, hunderte von Euros auszugeben, um ein oder zwei PS mehr aus einem Motor mit weniger als 150 Kubikzentimeter herauszukitzeln.

Schon nach kurzer Zeit wird jedem Beobachter klar, dass auch beim Motorentuning der Sinn keine große Rolle spielt. Die Leistung der Motoren wird nicht unbedingt für schnellere Beschleunigungszeiten oder Höchstgeschwindigkeiten genutzt, es ist einfach eine Möglichkeit, sich von der Masse abzusetzen.

Der Zubehörmarkt kann aufgrund dessen in drei verschiedene Sparten aufgeteilt werden. Der größte Markt sind die optischen Verbesserungen, gefolgt von den Sicherheitseinrichtungen und dann erst das Motorentuning. Der Zubehörmarkt und einige Hersteller haben sich schon lange auf die besonderen Wünsche eingestellt. Besonders bei Harley Davidson ist das Angebot von Zubehör, Kleidung und zusätzlichen Teilen riesig. Der Hersteller aus Milwaukee gibt an, dass er schon fast 50 Prozent seiner Umsätze mit dem Zubehör macht.

Andere Hersteller erreichen diese Zahlen noch bei Weitem nicht, sind aber auch auf dem besten Weg, komplette Programme anzubieten. Obwohl die Preise des Zubehörs oft viel teurer sind als vergleichbare Produkte von anderen Herstellern, verlassen sich immer mehr Kunden lieber auf die Namen der Hersteller. Die Markenaffinität der Motorradfahrer hilft den Herstellern, einen wichtigen Markt zu bedienen.